Aufgabenverteilung an Bord

Der Kapitän hat das Kommando – grundlegende Regeln für das Verhalten und die Aufgabenverteilung  an Bord

Bootsurlaub, Yachtcharter oder Hausboot mieten – egal ob mit der Motoryacht, dem Hausboot, dem Kanu oder dem Segelboot – soll vor allen Dingen eines: Freude bereiten, erholsam sein und lange in guter Erinnerung bleiben. Damit dies gelingt, gilt es, einige klare Regeln an Bord einzuführen, an die sich der Kapitän und die Crew zu jeder Zeit halten. Eine klare Aufgabenverteilung an Bord muss gegeben sein.

Vor Reiseantritt legt ihr gemeinsam eine Person fest, die als Skipper, Kapitän, Schiffsführer oder Steuermann für die Crew und euer Wasserfahrzeug verantwortlich ist. Es muss diesen Verantwortlichen auf jeder Reise geben, um alle Abläufe auf dem Wasser genau koordinieren zu können. Nur einer darf das Kommando haben. Und auf diese eine Person hört die gesamte Crew.

Der Kapitän hat das Kommando

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Besonders wichtig ist dies dann, wenn es um das An- oder Ablegen geht, wenn eine Schleuse genutzt wird oder wenn es während der Fahrt zu Manövern kommt. Dann muss sich der Kapitän sicher sein, dass er sich auf seine Crew verlassen kann, dass alle an einem Strang ziehen und dass alle Abläufe perfekt ineinander greifen.

Eine gecharterte Motoryacht oder ein Hausboot, dass für den erholsamen Bootsurlaub in Deutschland gemietet wurde, kostet beim Ankauf mehrere hunderttausend Euro. Mietet man ein solches Hausboot oder eine Yacht, geht man die Verpflichtung ein, ordentlich und sorgsam damit umzugehen. Und dazu gehört, dass alle Hand in Hand arbeiten, um Schäden und Unfälle zu vermeiden. Eine gute Aufgabenverteilung an Bord ist daher notwendig.

Verantwortlichkeit Schiffsführer / Kapitän

Doch wofür trägst du als Kapitän, Skipper oder Steuermann die Verantwortung? Worum musst du dich kümmern?

Kurze Checkliste:

  • Einhaltung der Verkehrsvorschriften
  • Sicherheit von Crew und Schiff / Hausboot gewähren (besonders beim Manövrieren)
  • Aufgabenverteilung an Bord organisieren
  • Anweisungen werden erteilt, wenn diese zur Erfüllung der Pflichten der Crew notwendig sind
  • Sicherheitsvorkehrungen an Bord vor dem Auslaufen mit der Crew besprechen
  • Wichtige Einrichtungen und Funktionen an Bord erklären
  • Die Crew über das vorgesehene Fahrgebiet unterrichten
  • Erklären der wichtigsten Einrichtungen an Bord wie Heizung, Kocheinrichtungen und die Bedienung des WC´s
  • Aufbewahrungsort der Rettungsmittel wie Schwimmwesten, Rettungsring und Notpaddel klar benennen und der Crew zeigen
  • Anlegen der Schwimmwesten üben – Nichtschwimmer und Kinder haben an Bord permanent eine Schwimmweste zu tragen
  • Schifffahrtvorschriften einhalten
  • Ausrüstung des Fahrzeuges vor Reiseantritt überprüfen
  • Aktuelle Gewässerkarten bereithalten
  • Überprüfung der Wetterbedingungen
  • Fahrtantritt muss so gewählt werden, dass das Tagesziel bequem vor Einbruch der Dunkelheit erreicht werden kann

Aufgaben der Crew

Doch nicht nur der Kapitän ist durch die Aufgabenverteilung an Bord beschäftigt. Ein Bootsurlaub ist immer ein Aktivurlaub für die gesamte Mannschaft. Egal ob ein gemütlicher Bootsurlaub für Paare, ein günstiger Hausbooturlaub mit Familie oder Bootsferien mit Freunden gebucht wurde. An Bord fällt stets so viel Arbeit an, dass auch die Crew immer mit anpacken muss.

Typische Aufgaben für die Crew

  • Für Sauberkeit und Ordnung an Deck und in den Kajüten sorgen
  • Die Verpflegung der Besatzung koordinieren
  • Dem Kapitän zur Hand gehen
  • Beim Anlegen, Ablegen und Schleusen auf die Anweisungen des Kapitäns achten und diese befolgen
  • Gemeinsam mit dem Kapitän die Reise planen

Darf ausschließlich der Kapitän das Boot steuern?

Der Kapitän ist für das Boot und die Crew verantwortlich. Diese Verantwortung kann er im Rahmen der Aufgabenverteilung an Bord deligieren, wenn er beispielsweise einmal auf die Toilette muss oder etwas essen will. Möglich ist auch, dass das Steuer mal in andere Hände gegeben wird – jedoch nur dann, wenn der Kapitän neben dem Steuermann steht und stets die Übersicht behält. Er muss in der Lage sein, zu jeder Zeit das Steuer wieder zu übernehmen und auf jede sich bietende Situation zu reagieren. Kinder dürfen nicht ans Steuer gelassen werden. Zudem müssen alle wichtigen Manöver vom Kapitän durchgeführt werden, da er diesbezüglich im Rahmen der Einweisung geschult wird.

Helfen ist Pflicht

Wassersportler sind hilfsbreite Menschen, die sich nicht nur freundlich grüßen, sondern in Notsituationen, aber auch bei alltäglichen Dingen, stets helfen. Hilfeleistungen untereinander sind daher eine Selbstverständlichkeit.

Das beginnt beim Anlegen, wo vom Steg aus das Manöver nicht nur beobachtet wird. Hier hilft der Wassersportler dem Kapitän, indem er vom der Crew das Tau oder die Festmacherleine engegen nimmt, das Boot an den Anleger zieht und am Klampen zumindest provisorisch befestigt. So wird das Anlegen nicht nur beschleunigt, sondern auch sicher abgewickelt.

Gleiches gilt beim Ablegen, wo vom Steg aus ebenfalls Hilfestellung gegeben wird. Diese kleinen Hilfestellungen werden vor allen Dingen von den Freizeitkapitänen mit Charterschein sehr gerne in Anspruch genommen, da ihnen die Erfahrung im Ungang mit den doch sehr großen Hausbooten und Motoryachten fehlt und sie so ohne Schäden am eigenen Boot oder an benachbarten Booten die Manöver durchführen können.

Unser Hinweis

Trotz der Hilfestellungen von anderen Wassersportlern hat der Kapitän und Schiffsführer an Bord das Kommando.

Doch die wichtigste Hilfe muss dann gewährt werden, wenn ein Wassersportler in Seenot gerät. Bist du selbst nicht in der Lage, Hilfe zu leisten, dann ist es wichtig, dass du folgende Stellen umgehend informierst:

Diese Stellen solltest du kennen:

  • Wasserschutzpolizei oder andere Dienststellen der Polizei
  • Rettungsleitstelle für Schifffahrt
  • DRK – Einsatzstelle
  • Wasser – und Schifffahrtsämter
  • Schleusenbetriebsstellen
  • Hafenmeister

Selbstverständlich musst du nur die Stellen informieren, die bei einem entsprechenden Notfall zuständig sind. Eine Übersicht über die jeweiligen Notrufnummern in den Wassersportrevieren findest du hier:

Kein Alkohol an Bord

Als Kapitän hast du dafür Sorge zu tragen, dass du und auch deine Crew während der Fahrt keinen Alkohol konsumiert. Für Charterscheininhaber, Führerscheininhaber Binnen und alle anderen Personen, die an Manövern beteiligt sind, gilt die 0,0 Promille – Regel. Das bedeutet, dass während der Fahrt kein Alkohol fließt.

Viele Unfälle auf dem Wasser werden darauf zurückgeführt, dass der Genuss von alkoholischen Getränken stattgefunden hat. Kommt es zu einem Unfall unter Alkoholeinfluss oder wird bei einer Kontrolle der Verzehr von Alkohol festgestellt, gefährdest du deinen Fahrzeug – Führerschein. Denn dieser kann dir dann abgenommen werden. Also Hände weg vom Alkohol, wenn es Leinen los und auf ins Abenteuerheißt.